Deutschland & die Rente

Alles was du darüber wissen musst in einem experten Beitrag

Alles was du darüber wissen musst
in einem experten Beitrag

Stand 2021
Lesedauer: 20 Min

Das wirst du in diesem Artikel lernen

Wie steht es um die gesetzliche Rente aktuell

Warum du nach der Berechnung deiner Rentenlücke vom Stuhl fallen wirst

Welche Gegenmaßnahmen es gibt

Wie ich dir dabei helfen kann nicht in Altersarmut zu enden

Du möchtest dir nicht den ganzen beitrag durchlesen, dann berate ich dich gern unverbindlich und kostenfrei

Das wirst du in diesem Artikel lernen

Wie steht es um die gesetzliche Rente aktuell

Warum du nach der Berechnung deiner Rentenlücke vom Stuhl fallen wirst

Welche Gegenmaßnahmen es gibt

Wie ich dir dabei helfen kann nicht in Altersarmut zu enden

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Gliederung

Einleitung

Einleitung

Die Altersvorsorge ist ein immer präsenter werdendes Thema in Deutschland. Im Zuge des demografischen Wandels bröckelt das Umlageverfahren und das Rentenniveau sinkt rapide. Private Altersvorsorge ist keine Empfehlung mehr, sie ist ein Muss! Tut man es nicht, ist die Chance auf einen der begehrten Plätze in Deutschlands Talkshow-Studios hoch, um sich dann dort über seine Altersarmut zu echauffieren.

Wie es um die gesetzliche Rente steht, warum du nach der Berechnung deiner Rentenlücke vom Stuhl fallen wirst und welche Gegenmaßnahmen es gibt – in diesem Experten-Artikel erfährst du es!

Hinweis: Dieser Artikel geht inhaltlich nicht näher auf die einzelnen Formen der privaten Altersvorsorge ein. ZUM ARTIKEL DER FONDSGEBUNDENEN RENTENVERSICHERUNG GEHT ES HIER, ZUR BASISRENTE HIER und ZUR RIESTERRENTE HIER.

Die aktuelle Rentensituation in Deutschland

Die aktuelle Rentensituation in Deutschland

Wenn man eine Top-10-Liste zum Thema „Unsicherheiten in Deutschland“ verfassen müsste, wäre die gesetzliche Rente sicherlich dabei. Das ist die traurige Wahrheit. Aber warum ist das so bzw. wie konnte es so weit kommen? Schauen wir uns dazu mal den demografischen Wandel als eine der Hauptgründe an.

Unter dem demografischen Wandel in Zusammenhang mit der gesetzlichen Rentenversicherung, kurz GRV, versteht man die Entwicklung der Altersstruktur der deutschen Bevölkerung. Aktuell findet eine kollektive Alterung statt, welche in folgender Grafik abgebildet ist:

Deutlich ersichtlich ist, dass der Großteil der Bevölkerung aktuell zwischen 45 und 65 Jahre alt ist. Grund dafür ist die damalige Babyboom-Generation (siehe Grafik oben). Darunter aber schwindet die Bevölkerungsanzahl stetig, während sie in den hohen Lebensjahren steigt.

Die alten Menschen werden also immer älter, beispielsweise durch eine bessere medizinische Versorgung, durch Medikamente und Wohlstand, während der Nachwuchs aufgrund moderner Verhütungsmittel, dem Singletrend und der immer zeitintensiveren Karrierewege ausbleibt.

Das Umlageverfahren funktioniert im Grunde ganz einfach. Die aktuell arbeitende Bevölkerung finanziert mit ihren Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung die aktuellen Renten der Rentner. Das Geld wandert also, im Übrigen nahezu ohne Umwege, von unten nach oben. Gibt es deutlich mehr Einzahler (Arbeiter) als Bezugsberechtigte (Rentner), funktioniert das System also ganz gut.

In den 1950er Jahren finanzierten noch drei Arbeitnehmer einen Rentner. Berechnungen ergaben, dass bereits 2037 ein Arbeitnehmer einen Rentner finanzieren wird. Gegenmaßnahmen wären unter anderem eine Erhöhung der Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung oder eine erneute Anhebung des Renteneintrittsalters auf 69 oder gar 70.

Man muss also kein Hellseher oder Politikexperte sein, um zu verstehen, dass wir ohne private Altersvorsorge mächtig Probleme bekommen werden.

Berechnung der Rentenlücke

Berechnung der Rentenlücke

Die Rentenlücke ist die Lücke zwischen deinem Nettogehalt und deiner späteren Nettorente. Denn wer denkt, im Alter brauche er nicht mehr so viel, der irrt. Das gilt im Übrigen auch für Beamte!

Diese Lücke zu berechnen ist gar nicht mal so einfach und sollte grundsätzlich von einem Experten durchgeführt werden. Hier spielen Faktoren wie Steuern, künftige Entwicklung der Zahlen auf der aktuellen Renteninformation und Inflation eine große Rolle. Wende dich an den Versicherungsmakler deines Vertrauens und sprich ihn auf die genaue Berechnung der Lücke und natürlich die Lösungen zum Schließen dieser an! Hast du keinen Fachmann an deiner Seite, kannst du dich natürlich gerne von mir kostenfrei beraten lassen.

Um dich jetzt aber nicht im Regen stehen zu lassen, möchte ich dir eine Faustformel und eine umfangreiche Beispielrechnung mit an die Hand geben. Beides Anhand eines Arbeitnehmers.

Die Faustformel

40% deines aktuellen Bruttoeinkommens werden später deine Bruttorente ausmachen. Die Sozial- und Steuerausgaben werden mit pauschal 20% angegeben.

Die 40% stehen für das Rentenniveau.

Ein Beispiel:
3.500€ (Brutto) x 0,4 (40% Rentenniveau) – 20% (Steuer und Soz.Abgaben) = 1.120€

Somit kann man bei einem Bruttogehalt von 3.500€ eine Nettorente von rund 1.120€ nach heutiger Kaufkraft erwarten.
Nochmal der Hinweis: Es handelt sich hier um eine stark vereinfachte Faustformel!

Umfangreiche Beispielrechnung:
Für unser Beispiel nehmen wir eine fiktive Person namens Hans. Hans ist 30 Jahre alt, verdient 2.200€ Netto bei einem Bruttogehalt von 3.500€ und möchte im Alter gerne 1.800€ nach heutiger Kaufkraft Netto zur Verfügung haben.

Somit müssen wir zuerst einmal die 1.800€ in die spätere Kaufkraft umrechnen. Dabei gehen wir von einer Inflation von 2% aus (Ziel der EZB). Bis zum Rentenbeginn hat Hans noch 37 Jahre vor sich. Das sieht dann so aus:


 

Quelle:https://www.zinsen-berechnen.de/
 

Insgesamt muss sich Hans also 3.745€ (nach heutige Kaufkraft 1.800€) monatliche Rente im Alter aufbauen.

Erst neulich wieder hat er seine jährliche Renteninformation erhalten.
Auf dieser stehen nun folgende Zahlen:

Wirklich interessant sind für die Berechnung der Rentenlücke diese Zahlen tatsächlich nicht. Im Grunde aber steht unten die voraussichtliche Bruttorente. Bei Hans sind das rund 1.800€.

Deutlich interessanter sind die beiden Zahlen im Textbaustein darunter, denn diese beinhalten bereits die künftigen Rentenanpassungen und somit eine Art Inflationsausgleich. Bei Hans schaut das so aus:

Hier wird die künftige Rentenzahlung bei 1% und 2% Anpassung angegeben. Wir nehmen den Mittelwert!
Rente bei 1% Anpassung: 2.490€
Rente bei 2% Anpassung: 3.450€
Der Mittelwert beider Zahlen: 2.970€

Hans kann also von einer späteren, bereits inflationsangepassten gesetzlichen Rente von ca. 2.970€ Brutto ausgehen. Von dieser ziehen wir nun pauschal 20% Steuern und Sozialabgaben ab. Somit bekommen wir dann eine:
voraussichtliche Nettorente aus der GRV: 2.375€

Nun können wir die Rentenlücke berechnen, indem wir die gesetzliche Rente von der gewollten Rente abziehen.
3.745€ – 2.375€ = 1.370€

Hans benötigt also nach zukünftiger Kaufkraft eine monatliche Zusatzrente von 1.370€ nach Steuern, um seine Rentenlücke zu schließen. Wie aber berechnen wir nun das notwendige Kapital? Dazu gehen wir im folgenden Kapitel genauer ein.

Falls dir eine persönliche Beratung bei einem Kaffee lieber ist

Falls dir eine persönliche Beratung bei einem Kaffee lieber ist

Schließen der Rentenlücke

Schließen der Rentenlücke

Nachdem ich im vorherigen Kapitel die Lücke berechnet habe, geht es nun darum, wie man diese schließen kann bzw. wie viel Kapital eigentlich dafür erforderlich ist. Dabei orientiere ich mich wieder am Beispiel von Hans.

Zuvor möchte ich nochmal auf den letzten Absatz der Renteninformation eingehen. Dieser schaut wie folgt aus:

Ich denke dem ist nichts weiter hinzuzufügen.

Zurück zu unserem Beispielkandidaten Hans. Hier haben wir nach heutiger Kaufkraft eine Lücke von 1.370€ errechnet.

Mit Hilfe des Vorsorgerechners auf www.zinsen-berechnen.de können wir nun das notwendige Kapital herausfinden. Das sieht so aus:

Hans muss also rund 260€ monatlich für seine Altersvorsorge sparen. So hat er bei einer jährlichen dynamischen Anpassung von 3%, sowie einem zugrunde gelegten Zinssatz von 5% in der Ansparphase und 2% in der Entnahmephase eine monatliche Rente von 1.370€ nach Steuern. Sein insgesamt zur Rente aufgebautes Kapital beläuft sich in diesem Moment auf rund 395.000€.

Die Steuer ist, je nach Produkt, unterschiedlich. Bei der fondsgebundenen Altersvorsorge in Form einer Rentenversicherung z.B. gilt das Halbeinkünfteverfahren, sofern das Produkt die Voraussetzungen dafür erfüllt. Zusätzlich müssen nur zwei Regelungen beachtet werden (gültig ab 2012):

  1. Der Vertrag darf erst nach dem 62. Lebensjahr ausgezahlt werden.
  2. Der Vertrag ist mindestens 12 Jahre lang bespart wurden.

In diesem Fall musst du nur die Hälfte der Erträge mit deinem dann persönlichen Steuersatz bezahlen. Da es keinen zweckdienlichen Rechner gibt, welche hier das Halbeinkünfteverfahren und die entstehenden Kosten berücksichtigt, rechne ich hier einfach mit der vollen Kapitalertragssteuer. Die Versicherungs- und Fondskosten sind durch die geringeren Steuern meist ganz gut ausgeglichen.

Die monatliche Sparrate von Hans sollte also rund 260€ betragen. Das sind rund 12% seines Nettoeinkommens. Außerdem sollte er diesen Beitrag dynamisch jedes Jahr um 3% anpassen. Circa 80% seiner voraussichtlichen Rentenlücke sind somit geschlossen.

Übrigens: Hätte Hans bereits 5 Jahre früher mit der Altersvorsorge begonnen, läge die notwendige Sparrate bei nur rund 190€, bei 10 Jahren nur bei rund 140€.

Wichtiger Hinweis: Eventuelles Erbe, aktuelle Ersparnisse und weitere fixe Einkünfte und/oder Eigentum, welches dir zu Rentenbeginn mit hoher Garantie zusteht, sollten in der Berechnung der Rentenlücke berücksichtigt werden!

Formen der Altersvorsorge

Formen der Altersvorsorge

Im Grunde gibt es drei verschiedene Varianten der Altersvorsorge in Form von Versicherungsprodukten die, je nach persönlicher und beruflicher Situation, viel oder eher wenig Sinn ergeben.

Dazu zählen die fondsgebundene Rentenversicherung, die Basisrente sowie die Riesterrente. In einigen Fällen ist auch die betriebliche Altersvorsorge attraktiv.
Zusätzlich kann man sein Kapital natürlich auch in Immobilien oder Rohstoffe investieren. Auch Erbe, Firmenanteile oder passives Einkommen aus der eigenen Firma können zur Altersvorsorge zählen.

Statt sich für eine Variante zu entscheiden kann oft eine Mischung aus verschiedenen Produkten sinnvoll sein. Wichtig ist und bleibt aber vor allem eines:

Fang damit an!

Aber natürlich nicht unüberlegt oder überstürzt. Je nachdem für welche Form der Altersvorsorge du dich entscheidest, solltest du dir kompetente Unterstützung holen und vor allem auch in dein Wissen investieren! Hast du bis hierher gelesen, bist du bereits auf einem sehr guten Weg!
Ich selbst bin spezialisiert auf fondsgebundene-, Basis- und Riesterrenten-Versicherungen. Dazu habe ich jeweils auch separate Expertenartikel verfasst, welche du hier findest:
Zum Expertenartikel: fondsgebundene Rentenversicherung
Zum Expertenartikel: BASISRENTE
Zum Expertenartikel: Riesterrente

Schlusswort

Schlusswort

Schiebe das Thema Altersvorsorge nicht auf die lange Bank. Du hast anhand der Rechenbeispiele nicht nur erkannt, dass Altersvorsorge dringend notwendig ist, sondern auch, dass es schlau ist, früh damit anzufangen. Die Rente kann wirklich zu einer schönen Zeit werden. Reisen, sich erholen und den Hobbys nachgehen. Aber auch die einfachen Dinge, wie beispielsweise gesunde Ernährung sind oft nur mit den notwendigen finanziellen Mitteln realisierbar.

Und natürlich hast du auch die Möglichkeit früher in Rente zu gehen. So gibt es zwar Abzüge bei der gesetzlichen Rentenversicherung, kannst du diese jedoch privat ausgleichen, erkaufst du dir damit das nach der Gesundheit wohl zweithöchste Gut: Zeit!

Habe ich alle deine Fragen beantwortet ? Falls nicht kannst du mich gern unverbindlich kontaktieren

Lucas Hanel - Unabhängiger Finanz & Versicherungsmakler -

Lucas Hanel Ihr Unabhängiger Finanz- und Versicherungsmakler